Nieskyer Brüdergemeine expandiert

Von Alexander Kempf

Ab 2016 will Pfarrer von Dressler auch ins Brüderhaus einladen. Denn das gerade sanierte Pfarramt wird langsam zu eng.

Im Pfarramt (rechts) wird es für Pfarrer Axel von Dressler und die Gemeinde langsam zu eng. Darum trifft sie sich bald auch im Brüderhaus (links).
Foto: © andré schulze

Gerne hätte die Vorsteherin der Brüdergemeine den neuen Gemeinschaftsraum im Brüderhaus schon in diesem Jahr eingerichtet. „Das sollte eigentlich das Weihnachtsgeschenk für die Gemeinde sein“, sagt Sieglinde Eichler. Nun hofft sie, dass der rund 60 Quadratmeter große Raum ab Januar nächsten Jahres für Chorproben, Vorträge oder den Bibelkreis genutzt werden kann. Eine Küche hat Sieglinde Eichler schon bestellt und auch die Möbel stehen bereit, nur der Raum ist eben leider noch nicht fertig.

Dass die Brüdergemeine im Brüderhaus einen Raum anmieten möchte, ist dem großen Zuspruch geschuldet. „Im Pfarrhaus war es zu eng“, erklärt die Vorsteherin. Die beiden großen Säle in der Kirche am Zinzendorfplatz würden zwar ausreichend Platz für alle bieten, doch lohne es sich selten, diese im Winter zu heizen. Ergo ist die Gemeinde auf der Suche nach einem mittelgroßen Raum gewesen und mit der ehemaligen Geschäftsstelle der Brüderunität auch fündig geworden. „Unsere Aktionen werden gut angenommen“, sagt Sieglinde Eichler, „also wollen wir auch die Umgebung entsprechend gestalten.“

Während der Raum im Brüderhaus noch hergerichtet werden muss, ist im Pfarramt schon viel passiert. Im Erdgeschoss sind zum Beispiel Wände gestrichen und der Holzboden abgeschliffen worden. „Wir haben bei minimalen Kosten renoviert“, sagt Sieglinde Eichler. Die Vorsteherin ist im Zuge dieser Sanierung vom Gersdorff-Zimmer in das Raschke-Zimmer umgezogen. Im Pfarramt hat sich einiges bewegt, seitdem dort auch die junge Gemeinde eingezogen ist. Die jungen Männer und Frauen haben ihr neues Zuhause „richtig liebevoll“ selbst gestaltet, lobt Pfarrer Axel von Dressler.

Bisher hat die Jugend ihr Domizil im Vorsteherhaus zwischen Brüderhaus und Kirche gehabt. Doch dieses werde immer baufälliger, so Sieglinde Eichler. Darum habe es ein Ausweichquartier für die Jugend gebraucht. Geht es nach Pfarrer Axel von Dressler, entsteht in Niesky vielleicht auch noch ein Raum für die Jüngsten. „Ein Kinderraum ist noch ungeboren“, sagt er. Der Nachwuchs liegt der Gemeinde aber am Herzen. Das beweist sie erst am Wochenende wieder. Am zweiten Advent wird es eine Menge Angebote für Junge und Jung gebliebene geben.

So steht am Sonntagmorgen beispielsweise „Kirche mit Kindern“ auf dem Programm. Dann wird ein Theaterstück aufgeführt, kündigt Pfarrer Axel von Dressler an. Auch am gesamten Sonnabendnachmittag plant die Gemeinde parallel zum Nieskyer Weihnachtsmarkt auf dem Zinzendorfplatz eine Reihe von Angeboten. Der Pfarrer selbst will um 16 Uhr vor der Kirche die Weihnachtsgeschichte verlesen. Für das stille Krippenspiel ist sogar ein echter Esel gebucht worden. Eine Stunde später wird die Kita Samenkorn das Weihnachtsspiel „Martin der Schuster“ aufführen.

Damit niemand auf dem Zinzendorfplatz friert, sollen am Sonnabend auch allerlei heiße Köstlichkeiten aufgetischt werden. Die junge Gemeinde hat angekündigt, Hotdogs zu servieren. Der Martinshof Rothenburg wird wiederum eine Waffelbäckerei mitbringen. Natürlich darf auch die obligatorische Kaffeestube nicht fehlen. Warme Finger können sich die Gäste am Sonnabend zudem im Kleinen Saal der Kirche holen. Dort wartet auf Jung und Alt eine Bastelwerkstatt.