Nieskyer Geschichte in Stein

Von Eva-Maria Bergmann

Beim Museum am Nieskyer Zinzendorfplatz sind alte Grenzsteine zu finden.

Alte Grenzsteine
Alte Grenzsteine vor dem Nieskyer Museum am Zinzendorfplatz. Die Steine waren umgebrochen und wurden von aufmerksamen Bürgern sichergestellt.

Schon bald nach der Gründung von Niesky im Jahre 1742 hatten die Bewohner begonnen, die Waldflächen rund um den neuen Ort zu roden. Mühevoll wurde dem kargen Heideboden Garten- und Ackerland abgerungen. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur punktuell abgesteckte Grenzen zu den angrenzenden Gemarkungen von Ödernitz, Jänkendorf, See und Horka. Damit Recht und Ordnung gewahrt blieben, wurden am 15. Juli 1765 im Beisein des Trebuser Gutsherrn von Gersdorf und eines amtlich bestellten Notars Nieskys Grenzen abgesteckt und 21 Grenzsteine gesetzt. Zu diesem feierlichen Akt waren alle Bewohner waren als Zeugen geladen, die Schüler bekamen schulfrei. Das Protokoll von diesem wichtigen Tag ist erhalten geblieben. In den Archiven der Brüdergemeine gibt es außerdem eine Vielzahl alter, kunstfertig mit der Hand gezeichneter Ortspläne.

In der Karte von 1773 entdeckten Uwe Platner und Dr. Peter Sebald fortlaufende römische Ziffern entlang der Nieskyer Grenzen. Ein Vergleich mit dem Protokoll führte schnell zu dem Schluss, dass es sich hier um die Position der damals gesetzten Grenzsteine handelte. Ausgerüstet mit Fahrrad, Spaten, Drahtbürste und Fotoapparat gingen die Heimatforscher der Frage nach, ob und welche dieser Steine noch heute existieren. Dabei wurden einige gefährdete, umgebrochene Steine gesichert, die inzwischen einen neuen Platz vor dem Nieskyer Museum gefunden haben. Ab 22. September zeigt eine neue Sonderausstellung im Nieskyer Museum spannende Details zu historischen Ortsplänen, Grenzsteine, Steinkreuze und Sühnesteine rund um Niesky.

Das Museum ist Mo bis Fr, 9 bis 17Uhr sowie So, 14 bis 17Uhr, geöffnet