Auf der Spur der Nieskyer Steine

Von Rolf Ullmann

Der zweite Nieskyer Spaziergang wiederholte die Wanderung zu den Standorten der Grenzsteine im Jahr 1765.

Zum Auftakt des zweiten Nieskyer Spaziergangs erklärt der Hobbyhistoriker Uwe Platner die vier Grenzsteine vor dem Johann-Raschke-Haus.© Rolf Ullmann

Vier Grenzsteine, versehen mit den Anfangsbuchstaben der an ihrem ehemaligen Standort aneinandergrenzenden Ortschaften, ziehen die Aufmerksamkeit der Betrachter seitlich des Raschke-Hauses auf sich. Welche Geschichte verbirgt sich hinter den Steinen, warum und wo wurden sie aufgestellt? Diesen Fragen ging der Hobbyhistoriker Uwe Platner während des zweiten Nieskyer Spazierganges, am Sonnabendmittag auf den Grund.

Über 70 an der Geschichte ihrer Heimatstadt interessierte Nieskyer begleiteten ihn auf der rund 6,5 kilometerlangen Wanderung. Im Verlauf der rund dreistündigen Tour erfuhren die Spaziergänger allerdings nicht nur die Fakten über die ehemaligen Standorte der Grenzsteine, sondern auch über die Geschichte von Gebäuden sowie von Geländestücken in der Stadt. So berichtete, unter anderem Karin Kahle von der wechselvollen Geschichte des Wohnhauses, das sie mit ihrem Ehemann Horst in der Robert-Koch-Straße bewohnt.

Anhand einer alten Karte aus dem Archiv der Nieskyer Brüdergemeine, über die ein Stadtplan unserer Tage projiziert wurde, konnten die Wanderer den Streckenverlauf sowie die Aufstellungsorte der Steine anschaulich verfolgen. Uwe Platner erarbeitete zudem, gemeinsam mit Hubert Teuschner, eine Dokumentation über dieses Kapitel in der Geschichte der Brüdergemeine sowie der Stadt Niesky.

21 Grenzsteine markierten einst den Verlauf der Grenze zwischen dem alten Niesky, Neusärichen, Trebus und Jänkendorf. Fünf von ihnen überdauerten die Zeitläufe. Lediglich ein Einziger steht, noch im Original erhalten, am Waldfriedhof.

Beate Hoffmann, Oberbürgermeisterin der Stadt Niesky, hob das Engagement der Gruppe von Hobbyhistorikern, während der Begrüßung zum Spaziergang, ausdrücklich hervor. „Durch ihr Wirken bringen sie den Bürgern die Geschichte ihrer Stadt näher und stärken so die Verbundenheit zu ihr,“ sagte sie. An diesem Tag präsentierte Beate Hoffmann auch den bereits angekündigten neuen Kalender Niesky 2018 „Bilder aus der Geschichte.“ Auf den zwölf Kalenderblättern werden insgesamt 48 historische Ansichten der Stadt gezeigt. Die Stückzahl dieses sehenswerten Werkes ist auf 500 Exemplare begrenzt.