„The Voice“-Gewinner füllt Nieskys Kirche

Von Rolf Ullmann

Über drei Stunden begeistern Samuel Rösch und Lothar Kosse mit ihrem Konzert. Dass sie gerade hier auftraten, hat einen besonderen Grund.

Samuel Rösch ist wahres Energiebündel. Gemeinsam mit der Band „Paperclip“ fordert er das Publikum zum Mitsingen und Mitklatschen heraus. © Foto: Rolf Ullmann

Ein eher ungewöhnliches Bild bietet sich den Gästen, die vor der Kirche der Brüdergemeine am Nieskyer Zinzendorfplatz ankommen. Ein Abschnitt ist für den Straßenverkehr gesperrt, vor der Kirche ist ein großer Cateringbereich aufgebaut. Im Saal der Kirche kommen die Gäste an, mehrere hundert. Am Sonnabend gastierte Samuel Rösch, Gewinner der jüngsten Staffel der Castingshow „The Voice of Germany“, während seiner mehrmonatigen Tournee mit der Band Paperclip in Niesky. Aus Köln reisten dazu Lothar Kosse & Band an.

Die Evangelische Jugendarbeit des Kirchenkreises Schlesische Oberlausitz zeichnet als Organisator für dieses musikalische Event verantwortlich. Regionaljugendwart Ludwig Hetzel hatte sich den Hut als Initiator und Koordinator aufgesetzt. „Seit rund anderthalb Jahren trage ich den Plan im Kopf, Samuel Rösch für einen Auftritt in unsere Region zu holen“, erzählt er. Dass beide aus dem Erzgebirge stammen, Samuel Rösch aus Großrückerswalde und Ludwig Hetzel aus Amtsberg, erleichterte das Vorhaben. Zumal der Organisator den Sänger sowie die Band bereits von anderen Auftritten in seiner erzgebirgischen Heimat kennen- und schätzen gelernt hatte.

Samuel Rösch hatte sich schon früh musikalisch in der Kirchgemeinde seines Heimatortes im Erzgebirge engagiert. Er studiert in Moritzburg evangelische Religionspädagogik. 2012 gründete sich die Band Paperclip, zu der neben Samuel Rösch vier weitere Musiker aus dem Erzgebirge gehören. Voriges Jahr nun nahm er an der achten Staffel von „The Voice of Germany“ teil.

Dass Samuel Rösch nach seinem „The Voice“-Sieg plötzlich ein bekannter und gefragter Sänger wurde, der seither zahlreiche Auftritte in ganz Deutschland absolvierte, hat die Terminfindung für Niesky zwar erschwert, doch am Sonnabend erlebte auch das Oberlausitzer Publikum ihn und die Band Paperclip während eines knapp 90 minütigen Auftrittes. In seinem Repertoire nimmt der Sänger das Publikum auf eine Reise gleich einer Achterbahn von mitreißenden, fröhlichen Tönen bis zu nachdenklich stimmenden Texte, wie im Song „Vom Ich zum du“ mit.

Mit dem Auftritt von Lothar Kosse & Band wurden den Gästen drei Stunden voller Musik geboten. „Durch die Verbindung der zwei Bands in einem Auftritt schaffen wir eine generationsübergreifende Gemeinsamkeit“, sagt Ludwig Hetzel. „Denn die Musik des ersten Teils im Konzert präsentiert und wendet sich vor allem an das Lebensgefühl der jüngeren Generation. Während die Musik von Lothar Kosse meine Generation seit vielen Jahren begleitet hat“, erzählt er. Gemeinsam ist jedoch allen Mitwirkenden am Konzert, dass sie mit ihren Texten ihr Publikum ansprechen wollen. Und zwar nicht auf eine flüchtige Art des Zuhörens und des schnell wieder Vergessens, sondern sie wollen zum Nachdenken anregen. „Uns bereitet jeder Auftritt Spaß und dabei ist es völlig egal, ob wir vor einem kleinen Zuhörerkreis, oder wie hier in Niesky vor einigen hundert Gästen auftreten“, sagt Sophie Landgraf, die Bassistin von Paperclip.

Diese Ansicht teilt Lothar Kosse. „Ich bin zum ersten Mal zu Gast hier in Niesky. Die Schlichtheit und Ursprünglichkeit der Kirche der Brüdergemeine beeindruckt mich sehr“, schildert der Sänger und Bandleiter aus Köln seine Eindrücke. Für ihn ist seine Liebe zur Musik untrennbar mit seinem christlichen Glauben, seiner Liebe zu Gott verbunden. Diese Zweieinigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch den Auftritt von ihm und seiner Band.