Kreuzweg vereint junge Christen

Von Rolf Ullmann

Junge Leute aus drei Nieskyer Kirchengemeinden begeben sich gemeinsam auf die sieben Stationen des Jugendkreuzweges.

Von der Evangelischen Christuskirche führte der Kreuzweg zur katholischen Kirche St. Josef und danach zur Kirche der Evangelischen Brüdergemeine in Niesky. Foto: Rolf Ullmann

Freitagabend, wenige Minuten vor 18 Uhr: Die Glocken der Evangelischen Christuskirche läuten und rufen die letzten der ankommenden Jugendlichen in die Bänke im Inneren des markanten Bauwerkes an der Rothenburger Straße. Nach einer gemeinsamen Andacht zu Beginn begeben sich über 90 Jugendliche auf den Jugendkreuzweg 2014. Es ist eine ökumenische Veranstaltung, die Jugendliche aus drei Kirchengemeinden seit vielen Jahren in der vorösterlichen Zeit auf einem gemeinsamen Weg durch Niesky zusammenführt. Neben der Evangelischen und der Katholischen Kirchengemeinde nehmen auch junge Christen der Evangelischen Brüdergemeine die Bürde des schweren Holzkreuzes auf sich. Denn jeweils zwei oder drei Jugendliche laden sich das schmucklose, aber schwere Holzkreuz auf ihre Schultern. Sie gehen damit symbolisch den Weg noch einmal, den Jesus Christus nach seiner Verurteilung vor dem Hause des Statthalters Pilatus bis zum Berg Golgatha, dem Kreuzigungsberg, durchlitt.

Insgesamt sieben Stationen umfasst der Jugendkreuzweg. Im Gesang, im gemeinsamen Gebet, ob nun gesprochen oder in stiller Andacht, nähern sich die Jugendlichen der Person Jesus Christus und seinem Leidensweg. „Jener Mensch Gott“, so ist auf dem kleinen Faltblatt die Losung für den Jugendkreuzweg 2014 zu lesen. Das Titelbild zeigt einen Ausschnitt aus dem berühmten Isenheimer Altar. Dieses im Mittelalter geschaffene Werk verdeutlicht in eindringlichen Bildern das Leiden des Gekreuzigten und das Mitleiden der Augenzeugen seines Todes.

1958 begaben sich zum ersten Mal junge katholische Christen im damaligen Westberlin auf einen Jugendkreuzweg. Seit 1972 tun sie das als eine ökumenische Veranstaltung gemeinsam mit Jugendlichen aus anderen Kirchengemeinden. Auch in Niesky kann dieser Kreuzweg bereits auf eine längere Tradition zurückblicken. „Die Evangelische Jugendscheune in Melaune hat diesen Jugendkreuzweg im Auftrag des Evangelischen Kirchenkreises organisiert, und wir sind sehr froh über die rege Beteiligung so vieler Jugendlicher“, sagt Jugendwart Tobias Walzok. Auch in Görlitz und in Reichenbach nehmen an diesem Abend junge Christen den Weg mit dem Holzkreuz unter ihre Füße.