Ein Nieskyer ist der neue Vorsteher

Von Steffen Gerhardt

Christoph Leubner übernimmt das Kirchenrechneramt. Zunächst sorgt er für Wärme.

Christoph Leubner hat zum 1. Mai Sieglinde Eichler als Vorsteher der evangelische Brüdergemeine Niesky abgelöst. Frau Eichler begleitete das Kirchenrechneramt zehn Jahre lang.
© SZ/Steffen Gerhardt

Das Wort „Lerne“ begleitet Christoph Leubner seit seinem ersten Tag in seiner neuen Tätigkeit. „,Lerne Gutes zu tun’ war das Losungswort des Tages, an dem ich meine Arbeit im Kirchenrechneramt der Brüdergemeine begann. Und mit viel Lernen ist meine neue Aufgabe verbunden“, erzählt der Nieskyer. Dass er nun Vorsteher der evangelischen Brüdergemeine Niesky ist, fußt auf einer Empfehlung an den Ältestenrat. Im März fiel dort erstmals der Name Christoph Leubner. Der 60-Jährige wäre wohl eine gute Wahl für dieses Amt. Im April entschied der Ältestenrat, Christoph Leubner, die Aufgaben des Vorstehers und Kirchenrechners anzuvertrauen. Er nahm an, da Ende März seine Beschäftigung bei der Stadt Niesky endete. Dort war er für die kommunalen Friedhöfe zuständig. Aber das ist nicht der einzige Grund.

„Für mich ist es der Gedanke des Dienstes, etwas Sinnvolles für die Gemeinschaft zu tun. Wirtschaftliche Zusammenhänge zu durchdringen und daraus richtige Handlungen abzuleiten. Das sehe ich als Herausforderung an“, sagt Christoph Leubner.

Seit dem 1. Mai ist Christoph Leubner verantwortlich für die finanziellen und wirtschaftlichen Dinge in der Nieskyer Brüdergemeine. Damit führt er die Arbeit fort, die vor ihm Sieglinde Eichler zehn Jahre lang ausübte. Ende April hat die Herrnhuterin diese Tätigkeit aufgegeben. Sie bleibt aber der Brüdergemeine verbunden, denn sie hatte zwei Arbeitsstellen: das Kirchenrechneramt in Niesky und die Zinzendorfschulen in Herrnhut. Dort führt sie die Wirtschaftsverwaltung und Buchhaltung. Letzteres nahm immer mehr Raum ein, sagt Sieglinde Eichler, sodass sie sich entscheiden musste zwischen Niesky und Herrnhut. In Herrnhut begleitet sie nun auch den Neubau des Zinzendorfgymnasiums. Diesen Monat soll der Grundstein für das Millionen-Objekt gelegt werden. Damit beginnt der Bau des neuen Gebäudes, gleich neben dem alten Schulhaus, das später abgerissen werden soll.

Neue Heizung für die Kirche

Mit einem Hausneubau ist Christoph Leubner vorerst nicht betraut. „Aber auch bei uns wird gebaut und investiert“, sagt er. Das geschieht gegenwärtig in der Kirche der Brüdergemeine. Diese soll eine neue Heizungsanlage bekommen. Das Kohlen schippen soll bald der Vergangenheit angehören, spätestens mit der neuen Heizperiode im Herbst, sagt Wolfgang Rückert als Vorsitzender des Ältestenrates. Die Rede ist von einer Gas-Dampfheizung, die nicht nur der Kirche Wärme gibt, sondern auch dem nebenstehenden Pfarrhaus und perspektivisch auch das Vorsteherhaus versorgt. Diese Heizungsumstellung geht einher mit der Renovierung des kleinen Kirchsaales. Neue Elektrik mit hellen Lampen, neue Vorhänge sowie eine moderne Lautsprecheranlage soll der Saal bekommen, der von der Brüdergemeine auch als Winterkirche genutzt wird. Deshalb ist es wichtig, dass bis zum Herbst alles fertig ist.

Bauerfahrungen hat Christoph Leubner bereits. Denn bevor er bei der Stadt Niesky anfing, war er als Baumanager bei der evangelischen Kirchgemeinde Niesky tätig. Überhaupt liegen ihm die praktischen Berufe, sagt er: Gelernter Agrotechniker, dann Gärtnermeister, auf den noch ein Ausbilder für die grünen Berufe folgte. Denn vier Jahre bildete Christoph Leubner im „Haus am Wege“ in Rietschen sozial benachteiligte Jugendliche im Beruf des Garten- und Landschaftsbaues aus. Nach Niesky kam Christoph Leubner gemeinsam mit seiner Ehefrau 1985. Damals suchte die Diakonissenanstalt Emmaus nach einem Gärtnerehepaar. Dort trug er viele Jahre, gemeinsam mit seiner Ehefrau Imke, Verantwortung für die Außenanlagen.

Mit über 40 Jahren setzte sich Christoph Leubner noch einmal auf die Schulbank und machte ein Fernstudium zum Staatlich geprüften Betriebswirt. „Wirtschaft interessierte mich schon immer – und das Studium hilft mir nun sehr bei meiner neuen Tätigkeit“, sagt der Familienvater von vier erwachsenen Kindern. Dieses Wissen kam ihm bereits zugute, als er als Geschäftsführer der Diakonie Sozialstation in Niesky arbeitete, bevor er zur evangelischen Kirchgemeinde wechselte. Jetzt sitzt Christoph Leubner im Kirchenrechneramt und weiß, das Lernen hört nie auf. „Sehr dankbar bin ich, dass mich dabei meine Vorgängerin als Coach unterstützt.“